F I P S I (1. Teil)

Ich bin Fipsi und habe ein Zuhause gefunden. Wenn mein Frauchen mich nicht die letzten Wochen nachts draußen gefüttert hätte, wäre ich verhungert. Ich habe  immer laut geweint, weil ich solchen Hunger hatte. Niemand weiß, ob ich wild geboren oder ausgesetzt wurde.

Dann habe ich es auch am Tag gewagt, aus meinem Versteck hervorzukommen. Voller Angst bin ich auf Frauchen zugegangen. Sie sitzt auf der Terrasse und hat mich so liebevoll gestreichelt. Ich wurde erst in den nächsten Tage nach und nach zutraulicher. Schon habe ich mich in ihr Herz und ihre Wohnung geschlichen!

Als ich auf der Fensterbank sitze, sehe ich Minosch, Frauchen sagt, er wohnt ein paar Häuser weiter. Weiß ich doch, ich musste doch draußen leben, bis jetzt. Ich glaube, er wundert sich sehr, dass ich in der Wohnung bin und er nicht rein darf!

Es dauerte ein paar Tage, bis ich Frauchen gucken ließ, ob ich ein Mädchen oder Junge bin. Ein Mädchen – mit geschwollenen Zitzen!

Ich werde in einen geliehenen Transportkorb gesetzt und zur Tierärztin gebracht. Diese sagt, dass ich in ca. 10 Tagen Junge bekomme. Danach habe ich mich erst einmal vom Transport ausgeruht.

Nun werde ich Frauchen für ihre Fürsorge und Liebe zum Dank meine Babys schenken.

Mein Bäuchlein wird immer dicker. Ich kann jedoch noch überall rauf springen.

Drei Kinder habe ich bekommen, im Wohnzimmer meines Frauchens. Sie war so stolz auf mich, wie toll ich es ohne Hilfe gepackt habe. Jede halbe Stunde kam ein Kleines.

Da mein Frauchen uns nicht alle in ihrer kleinen Wohnung einsperren konnte, sind wir vier Tage später zu Merle nach Schenefeld umgezogen. Sie hat schon öfter Katzenkinder großgezogen. Frauchens Nichte Becci hatte alles organisiert.

Die Wurfkiste mag ich nicht! Deshalb quartiere ich mehrfach meine Kleinen um bei Merle. Die Töchter von Merle, Mimi und Mayla, spielen viel mit uns, das bringt so viel Spaß. Allerdings hat die Katze Mucki dort einiges auszuhalten mit mir. Ich habe immer Angst um meine Jungen.

Das sind sie, meine Kleinen

F L E C K I
S M A R T I E
M Ü C K E

Ich habe ihnen gleich beigebracht, dass sie auf das Katzenklo gehen müssen.

Hier sind sie schon älter und ruhen sich vom Toben aus.

Als ich meine Kinder nicht mehr gesäugt habe, bin ich wieder zu meinem Frauchen gebracht worden. Inzwischen bin ich kastriert und gechippt. Es war alles sehr anstrengend für mich. In bin erst ca. ein Jahr alt, sagte die Tierärztin. Nun ruhe ich mich erst einmal richtig aus.

In einer Woche darf ich wieder nach draußen. Dann sehe ich den hübschen Kater wieder, der mir die Kinder beschert hat. Frauchen hat mir erzählt, dass er hier inzwischen im Garten war und mich gesucht hat.

Heute kommen zwei meiner Kinder von Merle zu Becci und ihrer Bekannten Anni. Merle darf das dritte Kleine behalten, zur Belohnung für all ihre Mühe mit uns.

Hiermit sage ich ein herzliches DANKE an Becci und Merle!

Eure Fipsi

F I P S I (2. Teil)

Nun darf ich nach draußen. Leider habe ich immer so viel Angst. Deshalb gehe ich nur einige Meter weit in den Garten. Ich gehe sogar aufs Katzenklo drinnen, damit mir draußen nichts passiert.

Heute traf ich meinen Freund, den Vater meiner Kleinen, wieder.

Ich erzähle ihm, dass ich inzwischen unsere Babys bekommen habe und eine Weile nicht hier war deswegen.

Er hat verstanden und wir geben uns ein Küsschen.

Ich habe meinem Frauchen bereits die fünfte Maus geschenkt – lebend natürlich! Sie fängt sie ein und setzt sie wieder nach draußen. Das finde ich nicht in Ordnung! Es sind doch liebgemeinte Geschenke! Nun ist eine unter dem Bücherbord verschwunden. Da habe ich jetzt eine Menge zu tun, muss aufpassen, dass sie mir nicht entwischt. Ich lasse sie aber trotzdem heil.

Nun erzählt Frauchen mir immer, wenn sie wieder Nachrichten hat, von meinen Kleinen.

F L E C K I

Fleckis Lieblingsplatz ist auf dem Sofa.

Aber auf dem Bett ist es auch ganz schön.

Einmal strecken nach dem Schlafen…

Inzwischen verträgt sie sich sogar einigermaßen mit Mucki. Flecki ist sehr wild und Mucki schon um einiges älter.

S M A R T I E

Smartie ist eine richtige Wildkatze. Er tobt am liebsten draußen herum.

Leider ist ihm seine Wildheit zum Verhängnis geworden. Er hat sich am Auge verletzt und musste zum Tierarzt.

Smartie spielt bereits wieder.

Im Karton ist es aber auch sehr gemütlich.

Dies ist jedoch die bequemste Lage, meint Smartie. Katzenyoga…

Doch draußen ist es immer noch am schönsten.

M Ü C K E

Mücke ist auch zu einer Draußenkatze geworden. Sie liebt es, durch die Gegend zu stromern.

Danach heißt es Pfötchen waschen.

Weil die Pfötchen gerade sauber sind, wird beim Kuchenbacken geholfen.

War das wieder anstrengend alles. Nun heißt es erst einmal schlafen.

Hand in Hand mit Sally. Das ist einfach wunderschön.

Aber ein entspanntes Sonnenbad ist auch nicht zu verachten.

Frauchen war verreist. Nun lasse ich sie nie wieder los.

Und arbeiten kommt auch nicht infrage. Bitte lieber kraulen….

Zusammen ausruhen ist so schön.

Wie angenehm, nach der Mäusejagd auf dem, von der Sonne gewärmten Autodach, auszuruhen. Leider sehe ich ein wenig zerzaust aus. Jagen ist nicht so einfach.

Sally schläft drinnen, weil es so heiß ist. Da spiele ich heute mal den Torwächter.

!

F I P S I (Teil 3)

Es kommen immer weitere Nachrichten von meinen Kleinen. Frauchen freut sich dann sehr.

Flecki hält Mittagsschlaf, nachdem sie in der Wohnung lange herumgesaust ist.

Smartie hält auch Mittagsschlaf.

Mücke und Sally sind genau so müde.

Jetzt lege ich mich erst einmal hin. Das kann ich auch.

Immer mehr „Schlaffotos“ erreichen uns.

Mücke spielt Fisch, sie ist in ein Aquarium gesprungen.

Hier ist es auch ganz schön…

Ein wenig Katzenyoga tut gut.

Das macht wieder soooo müde.

Wohnungswechsel…

Monate später:

Frauchen ist neuerdings immer so traurig. Sie hat starke Schmerzen, und es strengt sie sehr an, mein Katzenklo zu säubern, die Fressnäpfe hinzustellen und frisches Wasser. Sie weint oft am Telefon. Jetzt weine ich immer, sowie das Telefon klingelt und sie versteht kaum etwas beim Telefonieren. Ich renne immer durch die kleine Wohnung, Frauchen zwischen die Beine. Sie ist schon 2 x gefallen. Ich brauche einfach die Bewegung und die Wohnung ist zu klein.

Frauchen hat Becci, ihre Nichte, gefragt ob sie uns wieder helfen kann. Becci hat eine Anzeige geschaltet. Es melden sich mehrere Personen, aber für uns kam nur Florian in Frage. Er hat eine sehr große Wohnung. Florian suchte nach einer zweiten Katze. Sein Kater Sunny hat den Bruder verloren. Jetzt waren alle schrecklich traurig.

Florian kommt abends zu uns. Ich habe mich gleich in ihn verguckt. Ich laufe immer wieder zu ihm, lasse mich streicheln. Er zeigt meinem Frauchen Fotos von seiner schönen großen Wohnung mit einer Wand voller Kratzbäume. Ein Katzenparadies! Genau das Richtige für mich!

Frauchen freut sich, dass wir eine so gute Lösung gefunden haben, und ich ein schönes neues Zuhause finde. Dort kann ich mich tüchtig austoben. Wir verabschieden uns. Frauchen bringt uns noch zum Auto.

Dann fährt Florian mit mir nach Hause. Ich bin sehr aufgeregt. Als ich Sunny sehe, fällt mir auf, dass er fast wie mein Freund aussieht. Ich hoffe so sehr, dass ich ihn trösten kann.

Nach einiger Zeit verstehen wir uns immer besser. Wir spielen sogar zusammen.

Es ist so schön, durch die große Wohnung zu toben und keine Angst mehr zu haben, dass mir draußen etwas passiert, oder dass ich Frauchen wieder zum Fallen bringe. Die Zeit draußen war schlimm, bis Frauchen mich bei sich aufnahm. Nun bin ich eine Wohnungskatze, zusammen mit Kater Sunny.

Sunny guckt mal nach dem Rechten, ich bleibe in Deckung.

Am liebsten liege ich bei meinem Herrchen auf dem Bauch.

Das ist ja toll! Wir haben einen neuen Kratzbaum bekommen. Ich klettere doch so gerne!

Herrlich! Wir dürfen bei dem schönen Wetter auf die eingezäunte Terrasse! Sunny sitzt im Grünen.

Ich lasse mir genüsslich die Sonne auf den Pelz scheinen.

Kater Luckys 1. Jahr


Auf einem großen LKW-Parkplatz wurde ich in einem Gebüsch geboren.  Ich war erst  fünf Wochen alt, als meine Mama von der Mäusejagd nicht wieder zu mir zurück kam. Nun war ich ganz allein und hatte furchtbaren Hunger. Da kam ein Mann, hob mich auf und setze mich in diesen großen Karton hinein. Ich kuschelte mich schnell in die Jacke und hatte plötzlich nicht mehr ganz so viel Angst.

Wo bin ich denn nun? Hier ist es viel weicher, als auf dem sandigen Gelände. Das ist zwar sehr schön, doch mein Magen knurrt sehr laut. Die Frau, ich nenne sie einfach mal „mein Frauchen“,  klappert in der Küche herum. Ob ich endlich etwas zu Futtern bekomme?

Von wegen Essen. Was soll das denn nun bedeuten? Hilfe, ich falle hier raus! Frauchen sagt: „Oh, nur 800 Gramm wiegt unser kleiner Schatz.“ Mir egal. Ich hab Hunger!


Endlich etwas zu essen! Miauuuu! Das schmeckt so gut! Ich weiß gar nicht, auf welcher Seite ich anfangen soll.


Ich habe eine Idee! Da setze ich mich doch einfach ganz hinein. Vielleicht geht es so schneller mit dem Sattwerden.


Ach, hier soll ich nun reinpieschern? Aber das ist so hart an meinen kleinen Füßchen. Wenn ich jetzt einfach neben diesen krümeligen Kram mache? Ob das Schelte gibt?

Hier oben baumelt ein Band, aber ich komme wirklich nicht hoch. Sieht das denn niemand?

Da lege ich mich doch lieber auf die Kuscheldecke. Sehe ich jetzt nicht richtig zufrieden aus? Oh, ist das gemütlich hier. Viel besser als auf dem Seitenstreifen des Parkplatzes. Mit einem Male werde ich ganz müde und möchte nun ein wenig schlafen.

Ich wache von einem schrecklich lauten Geräusch auf. Frauchen sagt: „Oh, es klingelt. Mal sehen, wer uns besuchen kommt.“ Es der Sohn von meinem Frauchen. Natürlich ist er ganz entzückt von mir. Zärtlich nimmt er mich hoch. Falle ich auch nicht runter? Ach nein, er hat mich voll im Griff.

Na so was. Es klingelt schon wieder. Wer kann das denn nun sein? Alle wollen mich begutachten, das gefällt mir. Es ist die Tochter von meinem Frauchen. Ich zappel ein wenig herum in ihren Armen. Aber auch sie passt auf, dass ich nicht falle.

Am Nachmittag kommt ein Mädchen, das heißt Kirsten. Frauchen sagt, dass ist ihre Nichte.  Sie ist so lieb zu mir, kuschelt, schmust, streichelt mich und redet liebevoll mit mir. Ich schmiege mich an sie, die Wärme tut mir so gut.

Nun ist es fast genau so schön, wie bei meiner Mama. Ich fühle mich geborgen, satt und zufrieden. Sofort schlafe ich ein.

Kirsten ist wieder nach Hause gefahren. Frauchen hat mich auf die Fensterbank gesetzt, damit ich ihr hinterher gucken kann. Nun muss ich eine Woche warten. Am nächsten Wochenende  kommt sie wieder zum Spielen.

Ich winke ihr einfach vom Bett aus ein wenig hinterher.

Irgendwie bin ich ein wenig traurig. Ich kralle mir meine „Tigerlilli“ und beiße kräftig zu. Ih, das schmeckt überhaupt nicht gut.

Anschließend versuche ich, mich in den Schuh zu legen. Aber dafür bin ich schon zu groß.

Miauuu! Hab ich mich erschrocken, es klingelt. Frauchens Sohn ist wieder da. Schnurr……,  kann der schön kraulen!

Endlich darf ich auf die Terrasse! Das ist ja spannend! Wie gut es hier riecht. Ich gucke mir erst einmal alles genau an. So große Stühle. Plötzlich komme ich mir richtig winzig vor.

Frauchen hebt mich auf den Tisch und lässt ein dicke Seil über mir baumeln. Soll ich das jetzt fangen, oder was denkt sie sich dabei?

Hier muss ich doch erst mal reinfassen mit der Pfote. Ih! Das ist ja nass. Was soll das denn bedeuten? Nur nicht hineinfallen.

Ich bin hier einfach mal raufgesprungen. Das ist aber ungemütlich. „Frauchen! Kannst du mir hier mal etwas Weiches drauflegen?“

Hier steht so ein komisches Tier, aber es bewegt sich nicht. Was soll das wohl sein?

Am Abend bin ich so kaputt, dass ich nur noch schlafen möchte. War das ein anstrengender Tag!

Hier ist was los! Heute ist Frauchens Freundin Ruthchen zu uns gekommen. Ich lass mich von ihr mit Streicheleinheiten verwöhnen.

Das ist mein Kratzbaum. Allerdings weiß ich noch gar nicht richtig, wie ich daran kratzen soll. Er ist auch so groß und hoch. Da muss ich noch drauf gehoben werden. Na ja, wird schon. Frauchen sagt, ich wachse ganz schnell, wenn ich so viel weiter fresse.

Hier auf dem Sessel liege ich auch gern. Ein kuscheliges Fell liegt darauf. Mein Bäuchlein wird ganz warm. Ich muss an meine Mama denken. Die fühlte sich genau so an.

Es ist aber auch nicht so einfach, mit so kurzen Beinchen einen Berg zu erklimmen.

Ha, so schnell gebe ich nicht auf. Geschafft! Von hier aus habe ich eine gute Übersicht. Es gibt so viel zu sehen.

Auf der Terrasse kann ich mit „Tigerlilli“ noch viel besser spielen. Sie rutscht so schön hin und her auf den Steinen, wenn ich sie jage.

Ich mag genau so gerne Blumen, wie mein Frauchen. Sie sagt, ich solle mal ganz still sitzen, damit sie mich mit den Löwenmäulchen – so heißen die Blumen – fotografieren kann. „Ist es gut so, Frauchen? Sehe ich schön aus?“

Frauchen meint, ich bin so niedlich, wenn ich erwartungsvoll in ihre Kamera gucke. Nicht nur dann, finde ich.

Kirsten ist wieder da, miauuuu. Ich freue mich so! Nun wird wieder herumgetobt. Sie steckt mich einfach unter ihren Pulli. Das ist lustig.

Kirsten hat den Kratzbaum auf die Terrasse gestellt. Sie wackelt oben mit den Fingern herum. Da muss ich hin, ein wenig dran knabbern. Ich nehme einen Anlauf und sause wie der Blitz hoch.

Auf dem Kratzbaum angekommen, klettere ich auf Kirstens Rücken und laufe runter.

Frauchen! Jetzt habe ich ja deinen Fotoapparat fast im Gesicht! Hör sofort auf damit!

Kirsten knuddelt ordentlich doll mit mir. Das könnte ich stundenlang aushalten.

Abends sind Kirsten und ich so müde vom Toben, dass wir sofort zusammen im Bett einschlafen.

Als Kirsten am nächsten Tag wieder nach Hause geht, bin ich so wütend, dass ich das erste Mal einen Buckel mache. Ich weiß gar nicht, wie das passierte. Es ging ganz von allein. Meine Haare sträubten sich richtig.

Ich laufe ins Badezimmer, will mich ein wenig abkühlen. Aber es ist  kein Wasser in der Wanne.

Aber hier tropft Wasser aus dem Hahn. Wasser marsch…..

Einige Wochen später….

Miauuuuu!!!! Ich bin inzwischen so groß, dass ich in den Garten darf. Frauchen sagt: „Lucky, du darfst aber nicht weglaufen!“ Oh, dass der Garten so groß ist, hätte ich nicht gedacht.

Ist das aufregend! Hier auf dem Rasen mit den Gänseblümchen weiß ich gar nicht, in welche Richtung ich denn nun zuerst laufen will. Links, rechts, geradeaus?

Ehe Frauchen sich versieht, bin ich den Fliederbeerbaum hochgewetzt. Ist das eine Aussicht hier. Frauchen rennt immer unten rum, weil sie denkt, ich falle vom Baum. Ich bin doch eine halbe Wildkatze, die fällt nicht.

Hallo, sieht mich hier jemand? Oder habe ich mich zu gut versteckt? Frauchen wird immer nervöser. Sie tut mir richtig leid. Aber, da muss sie durch. Es ist sooo schön hier oben.

Als ich Kirstens Stimme höre, rase ich die Stämme hinunter und lasse mich von ihr auf den Arm nehmen. Sie setzt mich auf ihre Schulter. Da sagt Frauchen doch tatsächlich, dass ich aussehe wie ein Affe. Also…..

Kirsten sucht mich. Ich habe mich ganz still zu den Teddybären gelegt. Miauuu, ist das lustig. Es dauert etwas, bis sie mich entdeckt hat.

Frauchen meint: „Lucky, du warst mal genau so klein, wie deine Tigerlilli. Also, nun glaube ich aber doch, das Frauchen schwindelt.

Auf den Kratzbaum komme ich schon seit langem selbst rauf. Heute steht er auf der Terrasse, weil ich von dort aus so schön gucken kann.

Frauchen, musst du denn ständig fotografieren?


Es ist Wochenende, Kirsten ist da. Wir spielen ein wenig und genießen das schöne Wetter

Sonja ist da! Ihr Mann war es, der  mich vom Parkplatz gerettet hat. Sonja hätte mich so gern behalten, aber ihre beiden Katzen wollten das nicht, sie waren eifersüchtig.  So bin ich dann zu Frauchen gekommen. Sonja besucht uns immer mal.

Ich finde es so toll, wenn Besuch hier ist. Aber danach bin ich auch meistens todmüde. Frauchen sagt, ich bin ein Schlafbär. Also, so eine Beleidigung.

Ja, dies hier ist mein Garten. Das ist mein Bezirk. Kein anderer Kater hat hier etwas zu suchen. Dem verprügel ich sein Fell. Aber ordentlich. Ich fange an zu knurren wie ein Hund, wenn das nicht hilft stoße ich laute Schreie aus. Bisher habe ich alle verscheucht damit.

Ich spiele mal wieder Verstecken mit Frauchen. Sie ruft und sucht mich.  Unbeweglich liege ich zwischen den Vergissmeinnicht. Aber irgendwann entdeckt sie mich dann doch.

Jetzt versuche ich es hier noch einmal. Psssst, ganz still, sonst findet Frauchen mich. Wenn sie hier gleich vorbei kommt, erschrecke ich sie, indem ich ihr vor die Beine springe. Sie jucht dann immer so herrlich. Jetzt…..

Anschließend  springe ich auf den Kratzbaum und hoffe, dass ich jetzt ein paar Leckerlies bekomme. Oder ist Frauchen jetzt böse, weil ich sie erschreckt habe?

Im Bett ist es am Schönsten. Es ist so weich und kuschelig. Wenn Frauchen dann neben mir liegt, bekomme ich immer jede  Menge Streicheleinheiten von ihr.

Frauchen war einkaufen. Es hat geregnet. Den Schirm spannt sie zum Trocknen auf dem Flur auf. Darunter fühle ich mich richtig beschirmt.

Freitags liege ich immer auf der Fensterbank. Kurz nach 14 Uhr kommt Kirsten. Katzen haben eine innere Uhr, das ist ganz praktisch. Wenn Kirsten mal ein Wochenende nicht kommt, dann warte und warte ich….

Außerdem bin ich dann ziemlich ungnädig und habe schlechte Laune. Was ist los? Ich soll hier runter kommen? Warum das denn? Das ist mein Platz.

Es hat ganz doll geschneit. Das macht mir aber gar nichts aus. Ich muss doch mein Revier abschreiten.

Knapp zehn Jahre später:

So sehe ich heute aus, mit knapp zehn Jahren. Ich kann gerade noch auf dem Kratzbaum sitzen.

Die Jahre machen sich bemerkbar! Zum Hinlegen auf dem Kratzbaum ist nicht genügend Platz. Aber, das macht ja nichts. Dann lasse ich das, was zu viel  ist, einfach über den Rand hängen.  Hauptsache, ich kann meine Krallen vorn am Brett wetzen.

Bobby

Wohlig schnurrend

liegt der Kater

auf meinem Bauch.

Verschlafener Blick,

sanftes Schlagen

mit dem Schwanz.

Maunzen, Gähnen,

Wohlbehagen,

dann Tiefschlaf.

Die Pfoten zucken.

Was fängt er grad

in seinem Traum?

POLDI, der Maulwurf

Ich bin der Poldi, ein Maulwurf mit schwarzem, weichem Fell. Meine Wohnung ist unter der Erde, wo es so finster ist, dass meine Augen mit Haut überzogen sind. Das ist ganz praktisch, denn so kann kein Sand hinein gelangen und im Dunkeln kann ich ja sowieso nichts sehen. Dafür besitze ich aber einen ausgezeichneten Tastsinn, mit dem ich alles erspüren kann. Und mit meiner Schnauze kann ich prima riechen. Sie sieht aus wie ein kleiner Rüssel. Er ist aber nicht so lang ist wie bei einem Elefanten.

Gerade bin ich alt genug geworden, das Nest meiner Mutter zu verlassen. Ab jetzt muss ich lernen, selbstständiger zu werden. Deshalb grabe ich mit den Vorderfüßen, die wie kleine Schaufeln aussehen mit langen Fingern dran, meine ersten eigenen Gänge. So kann ich mir bald eine schöne Wohnung einrichten, um dann irgendwann eine Familie zu gründen, die darin leben soll.

Leider habe ich im Moment ganz andere Sorgen. Es war so warm in den letzten Tagen, dass ich ganz viel graben musste. Meine Mama hat gesagt, dass es lange nicht so einen heißen Sommer gab. Na ja, sicher wird es bald wieder kühler, oder es wird zumindest mal tüchtig regnen. Dann gibt es ordentlich Regenwürmer zu fressen, die sind so lecker! Aber hier in dem Garten, den ich mir für meinen Wohnungsbau ausgesucht habe, gibt es auch Igel. Die sind so frech und nehmen mir oft die saftigen Würmer weg. Darüber ärgere ich mich sehr. Denn die können doch da oben Schnecken, Käfer und Raupen fressen. Die Regenwürmer gehören mir!

Aber solange die Igel weiterhin meine saftigen Leckerbissen stehlen und es so trocken ist, muss ich viel mehr graben, um satt zu werden. Dann ist es auch am besten, wenn ich weiter oben meine Gänge buddele, da gibt es nämlich leckere Pflanzenwurzeln. Ich muss aber gehörig aufpassen! Gestern, als ich die Margerite untergrub und mich zum Flox durcharbeiten wollte, roch ich plötzlich, dass Gefahr drohte. In meinem Revier gibt es nämlich einen Kater. Der ist ziemlich flink. Ich hörte, wie er eine Maus fing. Also, vor dem muss ich mich hüten, damit er mich nicht erwischt. Der fing sogar an, von oben aus in meiner Erde zu buddeln. Er hatte gesehen, wie sich der Sand bewegte und war wohl neugierig geworden. Schnell legte ich den Rückwärtsgang ein, um in die hinteren Gänge zu flüchten.

Heute bekam ich eine kalte Dusche. Ich habe mich so erschreckt. Da gießt doch die Frau, der dieser Garten gehört, Wasser in meinen Gang. Unerhört! Doch wiederum war es ganz gut, so konnte ich etwas davon aufschlecken. Inzwischen weiß ich auch, wo der Trinknapf für die Vögel und Igel steht, dorthin habe ich mich schräg nach oben durchgegraben. Wenn niemand in der Nähe ist, werde ich schnell etwas davon trinken. Die Frau wird sich dann wundern, wieso Erde in dem Napf ist. Ja! Das war ich!

Neben dem Trinknapf wachsen zwei große Hortensienbüsche. Es tut mir ja leid, dass ich nun ausgerechnet dort unter und neben den Wurzeln zwei Ein- und Ausgänge gegraben habe. Gerade höre ich, wie die Frau zu jemandem sagt:

„Hoffentlich sind das keine Wühlmäuse! Mein Kater bringt mir immer mal eine lebende Maus als Geschenk mit in die Wohnung. Nun habe ich natürlich Angst, dass er mir eine Wühlmaus mit herein schleppt.“

Kaum hat sie zu Ende gesprochen, da bohrt sie mir zwei große Steine in meine Ein- und Ausgänge. Ich schreie sie an:

„Nein! Ich bin keine Wühlmaus, ich bin doch ein Maulwurf! Meine Mama hat gesagt, dass es verboten ist, uns zu fangen und zu töten! Nimm die Steine da wieder raus, sonst bekomme ich nicht genug Luft hier unten!“

Sie hört mich nicht. Ich grabe wie wild in eine andere Richtung, um schnell neue Löcher zu schaffen. Das ist eine Arbeit, weil der Boden so trocken und staubig ist. Wenn es doch nur regnen würde! Die Wurzeln von den Hortensien haben mir gut geschmeckt, deshalb versuche ich nachts, die Steine zur Seite zu schieben. Es kostet mich viel Kraft, dann schaufele ich mir einen kleinen Extragang und drücke die Steinbrocken dort hinein. Nun habe ich wieder meine Luftlöcher und kann fleißig an den Wurzeln der Pflanze knabbern. Die Frau sagte, dass sie pinkfarben und blau blühen. Keine Ahnung wie das aussieht, kann ja nicht gucken. Ich würde die Blüten gern mal probieren, aber da komme ich ja niemals heran, weil ich so klein bin. Also, weiter graben und graben, vielleicht finde ich ja doch noch einen Engerling oder eine andere Larve. Ich habe jetzt schon so viele Gänge gegraben, um etwas zum Fressen zu finden. Etliche Blumenstauden fielen dabei um. Aber was soll ich denn machen? Ich habe Hunger! Also knabbere ich, wo es was zu knabbern gibt

Ich habe ja vor mich hingelacht, wie ein Maulwurf nur lachen kann. Die Frau hat tatsächlich die Steine gesucht, wollte sie wieder aus den Löchern nehmen. Sie wühlte und grub, fast so flink wie ich. Haha, die Steine sind doch in einem Extragang. Das sind jetzt meine! Die bekommst du nicht zurück!

Nun passiert etwas Schreckliches. Ich höre die Stimme der Frau:

„Lieber Poldi, es tut mir wirklich in der Seele weh, aber ich möchte wenigstens die Hortensien retten. Duck dich, jetzt bekommst du ein saures Gemisch aus Buttermilch und Molke in deinen Gang.“

Flink schiebe ich mich rückwärts. Schon kommt eine stinkende Soße hereingeflossen.

„Was fällt dir ein, du Mensch du! Wenn ich dir das in deine Wohnung gießen würde, was wäre dann wohl los?“

Jetzt bin ich wirklich beleidigt! Aber, Rache ist süß! Ich lasse die eine Hortensie in Ruhe – für drei Nächte, grabe einen Gang an der Seite entlang mit Ausgang, und fresse an der zweiten Pflanze. Was soll ich sagen? Auch dort wird die stinkende Buttermilch hineingekippt. Na gut! Dann wühle ich mich jetzt quer unter dem Rasen durch! Der Gartenbesitzerin zeige ich, zu was ein Maulwurf fähig sein kann.

Dass ich nun böse auf sie bin, hat sie bereits am eigenen Leibe erfahren. Sie ist eingesackt und hat sich den Knöchel leicht verrenkt. Strafe muss sein, oder?

Kater Bobby


Miauuu, ich bin ein Katerjunge und werde „Bobby“ genannt. Es kommt ganz darauf an, wie ich gerufen werde. Dann überlege ich: komme ich oder komme ich nicht. Ich bin nämlich bei meinem Frauchen der Herr im Hause. Sie hat inzwischen sicher auch schon gemerkt, dass ich hier das Sagen habe.

Ich habe es sehr gemütlich hier. Das ist ein Katzenleben! Nicht immer ging es mir so gut, denn ich wurde zweimal weggeben, bevor mich jetzt mein Frauchen zu sich nahm.

Sieben Monate war ich alt, als ich in meine neue Wohnung einzog.

Mit ihrer Freundin Erika holt sie mich ab, und wir fahren mit dem Auto zusammen nach Hause. Dort angekommen, darf ich mir gleich ein paar Leckerlies aus einem Glas angeln, das Erika mir hinhält.

Mein Frauchen sagt, dass es bei ihr Liebe auf den ersten Blick war. Bei mir auch! Das lasse ich sie auch immer spüren.  Am meisten hat sie sich in den weißen Fleck auf meiner Nase verliebt und natürlich in meine bernsteinfarbenen Augen. Trotzdem muss sie mir nicht immer wieder mit dem Finger auf den Fleck herumtatschen. Der Fleck ist doch echt!

Frauchen spricht mit jemandem. Ich kann aber niemanden sehen. Sie hält irgend was an ihr Ohr. Inzwischen versuche ich in Erikas Schuhe hineinzukriechen. Die sind jedoch einfach zu klein für mich.

Den Schrank habe ich jetzt auch in Besitz genommen. Nun ab in die Küche.

Hier passe ich wenigstens hinein. Ob der Behäter für mich ist?

Abends bin ich fix und fertig, will nur noch schlafen.

Ich genieße mein Katzenleben in vollen Zügen. Morgens um vier Uhr krieche ich aus meiner Kuschelschublade unter Frauchens Bett hervor, springe hinauf zu ihr. Hm, sie schläft noch, wie langweilig. Es ist doch schon so lange her, dass wir schlafen gingen. Na, mal sehen! Ein Sprung auf das Bett, an den Augengeschnupptert. Sind beide zu. An die Nase gestubst, keine Regung. Laut gemaunzt, aha, jetzt streichelt ihre Hand nach so langem Darben liebevoll meinen Rücken. Schnurrr…., ist das eine Wonne.

Endlich habe ich sie wachbekommen. Nun geht es aber rund. Ein Sprung auf die Beine, kurz die Decke angehoben und ein herzhafter Biss in den großen Zeh. Klappt doch immer wieder prima. Mit einem Satz und so einem komischen Schrei ist sie aus dem Bett heraus.

Ich springe schon mal in das Waschbecken. Als Frauchen kommt, schrubbt sie sich mit einem komischen Ding im Mund herum. Keine Ahnung, was das zu bedeuten hat. Nun guck ich erst einmal nach, wo das Wasser geblieben ist.

Ach, das ist ja toll! Frauchen stellt das Wasser extra für mich wieder an. Lustig! Ich greife mit der Pfote hinein und versuche den Wasser strahl zu fangen. Es will mir einfach nicht gelingen.

Von der Katzenwäsche bin ich jetzt richtig müde geworden. Ein kleines Schläfchen so zwischendurch ist ja auch nicht verkehrt. Frauchen sagt: „Bobby, das ist ja klasse. Erst machst du mich wach und nun schläfst du hier.“ Ach, doch nur einen kleinen Moment, Frauchen.

Es ist mir sowieso zu hart , deshalb will ich mal ausprobieren, ob es hier etwas weicher ist. Richtig gemütlich ist es wahrhaft nicht. Die Wäsche ist kalt und nass.

Inzwischen habe ich mich mit dem Telefon angefreundet. Ich muss doch wissen, wieso Frauchen immer spricht, obwohl niemand in der Wohnung ist.

Jetzt hat da eben eine Stimme gesprochen. Was soll das denn nun bedeuten? Ich versuche, das Telefon einzugraben.

Ja!!! Jetzt habe ich es geschafft, den Hörer abzunehmen. Es war ganz einfach. Ich habe mich auf den Rücken gelegt und mit der Pfote druntergegriffen. „Hallo? Ist dort der Pizzaservice? Ich hätte gern eine Pizza mit vielen frischen, kleinen Mäusen belegt. Ich kann mir nämlich keine selbst fangen auf dem Balkon.“

Keine Antwort, nur tut, tut, tut. Das wird wohl nichts mit der Pizza.

Frauchen will jetzt frühstücken. Das ist prima! Ein Satz auf ihren Schoß und schnell noch ein kleines Nickerchen machen.

Nun spiele ich erst mal mit der Puppe Hilde. Schöne geflochtene, blonde Zöpfe hat sie, mit roten Schleifchen. Das muss ich erst einmal genau untersuchen.

Ach du Schreck, nun habe ich den Zopf versehentlich auseinandergetütelt. Eigentlich sieht es so doch viel besser aus, oder?

Ich versteck mich vorsichtshalber schon mal, damit Frauchen mich nicht ausmeckern kann. Hier sucht sie mich bestimmt nicht.

Heute will sie zum Einkaufen. Nimm mich doch mit Frauchen! Ich passe doch so gut in den Korb hinein. Sie tröstet mich und sagt, dass ich zu Hause bleiben muss, sie mir jedoch Leckerlies mitbringt.

Erst tobe ich noch etwas in der Papprolle herum, drehe mich hin und her. Das macht Spaß.

Danach hab ich mir wieder Nickerchen verdient, völlig entspannt. Das tut gut.

Als Frauchen zurück ist, lässt sie mich raus auf den Balkon. Heute möchte ich mal das Dach untersuchen. Plötzlich knallt irgendwo ein Fenster. Ich gerate in Panik, wetze das Dach hoch bis zum Schornstein. Angst! Frauchen, ich habe Angst! Sie kommt heraus gerannt, hat wohl meine Krallen auf den Dachpfannen gehört. Sie ruft mit einer ganz erschrockenen Stimme – immer und immer wieder. Aber, sie ist so weit weg! Wie soll ich hier jemals wieder runterkommen?

Nachts ist es bitterkalt und der Wind pfeift. Irgend etwas klappert ständig, es ist ein beängstigendes Geräusch.  Alle paar Minuten kommt Frauchen herausgerannt und versucht mich mit dem Geklacker von Leckerlies zu locken. Nun leuchtet sie sogar mit einer Taschenlampe zu mir herauf.

Wäre ich doch jetzt im warmen Zimmer in mein Kuschelfell eingerollt.

Nur nicht einschlafen, dann falle ich herunter! Voller Furcht und durchgefroren kauere ich mitten auf dem Dachfirst und warte, dass ein Wunder geschieht. Jetzt sind Geräusche unter mir auf dem Dachboden zu hören. Die Dachluke wird geöffnet, und ich höre Frauchens besorgte Stimme. Nützt doch nichts! Ich bewege mich hier nicht von der Stelle,sonst falle oder rutsche ich! Weil der Schornstein im Weg ist, kann ich Frauchen nicht sehen. Ich maunze mal ganz laut, damit sie weiß, wo ich sitze. Wenn ich hier lebend runter komme, gehe ich nie wieder auf den Balkon, das ist sicher!

Jetzt ruft sie wieder vom Balkon aus, leuchtet mit der Lampe und sieht, dass ich noch oben bin. Maunz, maunz, mir ist so kalt, ich muss jetzt trotzdem schlafen. Ich träume…..

Die Sonne scheint, es ist herrlich warm und ich rekel mich genüsslich auf der Badematte.

Huch! Beinahe wäre ich abgestürzt! Ich muss irgendwo Halt finden. Also, allen Mut zusammennehmen und zum Schornstein robben. Auf dem Bauch krieche ich voran. Endlich kann ich mich anlehnen und fühle mich etwas sicherer. Obwohl ich einen Bärenhunger habe und dringend auf mein Klo müsste, schlafe ich ein.

Ich träume von einem warmen Plätzchen und vom Mäusefangen.

Miauuuuuu! Fast wäre ich herunter gefallen, weil ich mich im Schlaf drehen wollte. Plötzlich höre ich wieder Frauchens Stimme. Sie dachte gewiss, dass ich erfroren bin, weil ich hier so reglos kauere. Oh, die Luke geht auf. Ich gucke um den Schornstein herum, sehe Frauchens Hand, die sich mir entgegenstreckt. Ich miaue wie verrückt. Jetzt sehe ich meinen Katzenkorb. Frauchen hängt selbst halb auf dem Dach. Ja! Das schaffe ich! Ich krieche langsam auf den Korb zu, und mit einem erleichterten Miauuu bin ich drinnen. Gerettet!! Die Leiter hinunter und ab in die warme Wohnung.

Was für eine Erleichterung! Das wurde aber auch höchste Zeit. Auf dem Dach mein Geschäft zu verrichten, nein, das wäre überhaupt nicht in Frage gekommen. Da bin ich ganz penibel.

Frauchen spricht ganz zärtlich mit mir. Sie erzählt mir, dass sie schon die Feuerwehr holen wollte. Das wäre doch mal was gewesen? Ich versuche ihr zu sagen, dass ich wirklich kein bischen erfroren bin. Aber, das sieht sie ja auch. Plötzlich bekomme ich ganz weiche Beine, lege mich erst einmal hin zum Schlafen. Frauchen! Danke für die Rettung!

Eine Woche später kommt schon der nächste Stress. Ein Tierarztbesuch ist angesagt. Ich soll kastriert werden. Keine Ahnung, was das ist. Vorsichtig hebt die Tierärztin mich aus meinem Korb heraus und setzt mich auf den Behandlungstisch. „Das ist aber ein Lieber“, sagt die Ärztin. Die weiß Bescheid! Sie schaut mir mit einer Lampe in die Ohren, greift mir ins Mäulchen und sieht sich meine Zähne an. „Scharf – eh?“ Hat sie nicht gehört, wie schade. Dann horcht sie mit so einem komischen Ding mein Herz ab. „Alles in Ordnung, dann wollen wir mal loslegen“.

Ich werde ganz doll festhalten, und dann piekst mir was in den Po. Miauooooh!  Was macht ihr hier mit mir? Frauchen tröstet mich. Oh, mir wird plötzlich ganz schwarz vor Augen.

Ganz tief und fest schlafe ich und bekomme gar nicht mit, dass ich inzwischen wieder zu Hause bin. Ich liege auf dem Fußboden, weil die Narkose erst ganz aus dem Körper sein muss, bevor ich wieder irgendwo herauf springe.

Nach einigen Tagen geht es mir wieder richtig gut. Ich will raus, Frauchen! Oh nein! Jetzt komme ich an die Leine, damit ich nicht wieder auf das Dach steige. Das ist aber gemein. Ich mag das gar nicht haben!

Zum Glück wird die Leine wenig später wieder weggelegt. Ach, mein liebes Frauchen. Du hast ein Herz für mich. So ist es viel besser. Ich bin doch kein Hund, den man an die Leine bindet.

Ich springe durch die Heide, hatte nachgeguckt, ob da nicht doch eine Maus drinnen ist. Leider nein.

Frauchen ist weggegangen. Hmm, die Blumen mag ich heute gar nicht riechen. Ich werde also nicht sortieren.

Auf dem Flur liegt noch mein Spielkarton. Vor kurzem habe ich dort noch hineingepasst. Ich glaube, der wird nach und nach kleiner.

Mein Kratzbaum ist ein ganz besonderer. Den hat Werner mir gebastelt. So einen hat kein anderer Kater.

Ich weiß, dass Frauchen es nicht haben mag, wenn ich auf den Tisch gehe. Nun ist sie ja nicht hier. Ich finde es total gemütlich.

Beim Aufstehen bin ich auf die Fernbedienung gekommen. Ein kleiner Hund ist im Fernseher, den versuche ich anzufassen.

Panik!!! Es ist jemand an der Tür. Weil Frauchen nicht da ist, verstecke ich mich ganz schnell.

Als sich die Schritte entfernen, springe ich wieder nach unten. In der Küche taut der Kühlschrank ab. Wie schön, dass Frauchen noch nicht wieder zurück ist. Nun kann ich doch mal gucken, warum das Wasser in die Schüssel tropft.

Heute soll es wieder mit dem Auto losgehen. Freiwillig steige ich in meinen Korb, Gitter vor, die Treppe an Frauchens Arm hintergeschwankt und vorn auf den Sitz. Frauchen stellt meinen Korb etwas schräge hin – in ihre Richtung – damit ich sie während der Fahrt auch sehen kann. Dann kommt noch ein Gurt um den Korb herum, damit ich nicht runterfalle, falls Frauchen zu doll in die Kurve geht oder plötzlich bremsen muss.

Die nächste Reise geht zu Erika. Die Katze dort heißt Jerry – auch Brikett genannt – weil sie schwarz und breit ist. Jerry ist eine Katzendame. Ihr Spielkollege heißt Tom, deshalb wurde sie so genannt. Jerry wird wenn ich komme, auf den Dachboden gesperrt, damit wir uns nicht erzürnen. Leidenschaftlich gern sitze ich dann auf der Treppe, die zum Dachboden führt und beäuge Jerry durch den Spalt der Luke. Mitunter faucht sie mich an.

Weil Jerry heute draußen ist, kann ich endlich mal auf dem Boden nachschauen, was da so los ist.

Anschließend bin ich bei Erika entwischt. Das ist ja aufregend hier, überall riecht es anders. Ich bleibe hinten im Garten, denn vorne rasen die Autos vorbei. Da habe ich Angst.

Frauchen ruft mich. Schade, wir wollen schon wieder nach Hause.

Erika streichelt mich noch einmal zum Abschied. Wir kommen auch bald wieder, schnurre ich ihr zu.

Zu Hause angekommen, schaue ich erst einmal zum Nachbarn rüber. Ob er zu Hause ist? Ich höre ihn nicht.

Das ist ja die Gelegenheit, mal bei ihm vorbei zu schauen. Keiner da. Schwupps und hinein in das leicht geöffnete Dachfenster. Ich untersuche alles. Rumms, irgendwas ist umgefallen. Pech für den Nachbarn. Frauchen ruft mal wieder nach mir. Dass die mich auch immer gleich vermisst! Wie komme ich denn hier wieder raus? Einzusteigen war viel leichter. Nach etlichen Versuchen gelingt es mir, in den schmalen offenen Spalt zu springen. Allerdings hab ich am Kopf jetzt eine kleine Beule.

Ach Frauchen, jetzt hast du mir aber eine Freude gemacht. Eine kleine Liegewiese für mich und knabbern kann ich auch daran. Du hast also gemerkt, wie sehr ich mich vor dem gekauften Katzengras ekle?

Nun steckt sie einen Sonnenschirm in meine Wiese.

Das ist ja eine tolle Sache, nun brauchen wir nicht mehr in die Sonne zu blinzeln.  Wenn Frauchen draußen schläft auf ihrer Gartenliege,  bin ich völlig zufrieden.

Dann döse ich hier oben auch ein wenig.

Plötzlich ein Windstoß! Der Schirm segelt durch die Lüfte. Während Frauchen nach unten rennt, um nachzugucken, ob er auf ein parkendes Auto gefallen ist oder sogar auf die Straße, nehme ich erst einmal auf den Schrecken hin eine Pfote voll Wasser.

Ich bin vorsichtshalber  in die Wohnung gegangen. Hier auf dem Schrank liege ich sicher. Frauchen hat mir extra Teppichboden draufgelegt, damit mein Bäuchlein nicht kalt wird.

Jetzt probiere ich es auf dem Bücherbord aus. Richtig Platz ist hier nicht.Aber ich kann so aus zwei Fenstern in verschiedene Richtungen gucken. Was da alles kreucht und fleucht!

Da nehme ich doch lieber auf dem Schrank eine Mütze voll Schlaf.

Letztendlich bin ich nun doch auf den Sessel gegangen, um dort meinen Mittagsschlaf zu genießen.

Heute habe ich Geburtstag! Miauuuuu….. Frauchen hat mir einen neuen Kratzbaum geschenkt. Ich begutachte ihn erst einmal von allen Seiten. Sogar zwei Eingänge sind da.

Ist das toll! Ich wälze mich nach Herzenslust.

Nun habe ich zu doll getobt. Ich habe nämlich noch eine neue Fellmaus bekommen. Die schmeißt Frauchen in meine Richtung und ich fange sie. Der Kratzbaum ist umgefallen, aber das macht doch nichts?

Der alte Kratzbaum steht auch noch hier. Welcher ist denn nun besser für mich? Frauchen sagt, dass der alte jetzt wegkommt. Wie schade.

Heute spielt Frauchen besonders viel mit mir, weil ich Geburtstag habe. Sie legt eine Decke auf den neuen Kratzbaum und schmeißt mir immer die Maus entgegen. Die hat so richtig viel Fell. Bei der alten hatte ich in meinem Jagdeifer schon fast alles ausgerupft.

Das bringt so viel Spaß! Geburtstag feiern ist schön!

Ach ja, ein neues Klo habe ich auch noch bekommen. Das ist ja wirklich super so mit einem Dach über dem Kopf. Das andere war inzwischen auch schon viel zu klein für mich.

Abends bin ich so fertig, dass ich nur noch schlafen möchte.

Morgens mach ich dann Katzenwäsche in der Küche. Ein wenig trinke ich dann gleich, bevor ich mich auf meinen Fressnapf stürze.

Dann warte ich auf Frauchen. Ob sie bald aufsteht? Oder dauert das noch lange?

Da kommt sie ja und stellt den Sonnenstirm wieder auf. Es ist sehr warm heute.Ich schaue schnell noch mal zum Nachbarn rüber.

Auf dem Boden habe ich ein Lager, auf dem ich mich rekeln kann.

Ich brate ein wenig in der Sonne.

Das halte ich aber nur einen Moment aus, dann kühle ich mich vor dem Ventilator ab. Das tut gut!

Abends ist mir so heiß, dass ich mich zum Abkühlen in die Badewanne lege. Frauchen wird mich doch wohl sehen, bevor sie Wasser einlässt?

Heute hat Frauchen Geburtstag. Weil sie zu Hause arbeitet, bekommst sie ihren Blumenstrauß hierher.  Ach, das riecht ja herrlich!

Eigentlich ist der Blumenstrauß ja auch für mich, denn wenn Frauchen am Computer für die Firma arbeitet, helfe ich ihr schließlich immer. Außerdem war mein Geburtstag auch gerade.

Immer mag Frauchen das aber auch nicht haben mit dem Helfen, also gehe ich ins Wohzimmer. Dort steht eine Schüssel. Mal sehen, ob ich da hinein passe. Ist das zum Lachen! Die ist viel zu klein.

Ich entspanne mich ein wenig auf dem Sofa. Die Puppe Hilde trägt ihr Haar immer noch ungepflochen, an der Seite zusammengebunden.

Nach dem Schläfchen pflege ich meine Krallen. Das ist ganz wichtig!

Frauchen hat eine Überraschung für mich, sagt sie. Ich komme in den Tranportkorb, wir fahren nur ein kleines Stückchen und dann kommt die Überraschung: ich darf raus in Werners Garten. Ist das schön! Gleich buddel ich im Sand, um dort mein Geschäft zu verrichten. Das ist viel schöner, als auf dem Katzenklo.

Aufregend! Spannend! Endlich kann ich mal auf dem Erdboden herumlaufen und nicht nur auf den Fliesen des Balkons.

Lieder hat der Spaß ein rasches Ende. Zu Hause angekommen darf ich aber jetzt allein die Trepppen hochlaufen.

Traurig warte ich vor der Wohnungstür. Drinnen redet Frauchen auf mich ein, versucht mich zu trösten. „Wir fahren doch bald wieder dort hin“.

Ich bin aber so wütend, dass ich sogar die Ohren anlege. Lieber nicht streicheln jetzt, es könnte Schrammen geben!

Tatsächlich! Frauchen hält ihr Versprechen. Leider rutsche ich ab und lande im Gartenteich. Ih git! Ganz viele Algen hängen mir im Fell. Das bringt aber überhaupt keinen Spaß. Frauchen reibt notdürftig mit einem Handtuch an mir herum.

Zu Hause wäscht sie mir das Fell sauber. Ich zittere vor Kälte, aber so eingewickelt lässt es sich gut aushalten.

Schnell bin ich getrocknet und aufgwärmt. Wir füllen Wasser in die Gießkanne und bringen sie auf den Balkon.

Bei der Gelegenheit wetze ich schnell meine Krallen im Baumstamm.

Dann spiele ich „Dachhase“. Frauchen hat  Angst, dass ich runterfalle. Ich bin doch ein Kletterkünstler!

Dann gucke ich noch mal in der Küche nach, ob in meinem Futternapf was drinnen ist. Leer! Auf der Anrichte nur Eier, die mag ich nicht.

Ein wenig ausruhen auf dem weichen, gewaschenen,  aber inzwischen getrocknetem Fell, das ist herrlich.

Was ist das denn? Ich stoße mir die Nase. Frauchen, was soll das bedeuten?

Ach, ich begreife! Hier kann ich auch im Regen liegen und stundenlang in der Gegend herumgucken. Das gefällt mir ausgesprochen gut.

Das ist ja ein Ding! Eines Tages kann ich gar nichts mehr sehen.

Jetzt ist auch noch so ein komisches Zeug auf den Balkon gefallen. Ihhh! Das ist kalt und nass an meinen Pfötchen. Aufhören! Es soll aufhören!

Frauchen hat gemerkt, wie unangenehm es für mich ist, und sie legt mir eine warme Kuscheldecke raus.

Es ist mir einfach zu nass und zu kalt draußen. Ich schleiche nach drinnen und mache mich ganz flach, damit Frauchen mit nicht entdeckt. Ich darf doch nicht auf den Tisch! Ob sie mich entdeckt?

Wir wollen umziehen. Das ist ja ein Stress! Es wird geräumt und gekramt und geschoben. Vorbei mit meinem friedlichen, stundenlangen Dösen.

Vielleicht kann ich ja ein wenig mit helfen? Was liegt da oben denn noch alles drinnen?

Soll ich hier schon mal alles mit dem Pfötchen rausschieben? Oder ist das vielleicht nicht richtig?

Die Mikrowelle steht auch noch hier. Ob ich da mal reinkrieche? Ich bin einfach zu dick, also lass ich es.

Abends bin ich so erschöpft vom Helfen, dass ich sofort einschlafe.

Am nächsten Morgen knabbere ich ein wenig Vitamine. Das muss sein.

Von hier aus beobachte ich, wie Frauchen immer wieder hin und her geht und Kartons voll packt.

Frauchen öffnet das Fenster, um zu lüften. Ich nutze die Gelegenheit und gucke mir noch einmal die genau die Gegend an.

Erika hat mich abholt, bevor der Umzug losgeht. Ich schaue bei ihr nach, ob die Wäsche auch alle aus der Waschmaschine genommen wurde.

Erika ruft mich und sucht. Ich mache mich ganz klein, damit sie mich nicht so schnell findet. Das bringt Spaß.

Endlich ist es so weit. Ich bin in unserem neuen Zuhause. Als erstes springe ich auf das Bord. Von hier aus kann ich nun gar nicht mehr aus dem Fenster sehen. Ein neues Telefon steht dort und an der Wand hängt ein Bild, das Frauchens Sohn gemalt hat. Ich schaue mir von dort erst einmal genau alles an.

Als Frauchen einen Moment lang nicht auf mich achtet, setze ich mich ganz dezent auf den Tisch. Von dort aus kann ich aus dem Fenster gucken.

Das ist ja ein schönes großes Fenster. Nachdem ich die neue Aussicht eingehend begutachtet habe, schlafe ich eine Runde.

Endlich ist es soweit. Ich darf raus! Ein wenig verängstigt bleibe ich erst einmal bei der Terrassentür sitzen.

Doch dann siegt meine Neugier und ich stolziere durch den schönen Garten.

Voller Freude wälze ich mich auf den Platten. Es ist einfach herrlich, so frei zu sein!

Als der Tag zu Ende geht, schlafe ich friedlich ein.

Hier im Garten habe ich ein Hobby gefunden. Stundelang sitze ich vor Mauselöchern und warte darauf, Beute zu machen.

MIAUUUUU! Es hatt geklappt. Vorsichtig trage ich meinen Fang in die Wohnung. Ich will Frauchen ein Geschenk machen. Ach, nun ist sie gar nicht da.

He! Wass fällt dir ein? Geh weg hier, das gehört dir nicht!

Ist es denn die Möglichkeit? Da setzt das kleine Viech sich tatsächlich in mein Futter. Frauchen sagt: „Das Mäuschen ist noch viel zu klein, drum setzt es sich ins Futter rein.“

Weil ich immer Nachtdienst habe, muss ich am Tag sehr viel schlafen.

Das ist wundervolles Katzenleben! Hier fühle ich mich so wohl. Jetzt habe ich alles, was sich ein Katzenherz wünscht…

 

 

Katzenbesuch

He!! Lasst mich doch rein!!!

MIAUUUU!!!! Ich habe Hunger!

Niemand macht das Fenster auf – unerhört!

Hat denn keiner Mitleid mit mir???

Bitte, bitte, lasst mich doch rein…

Nun versuche ich es hier noch mal.

HILFE!!! Da liegt ja ein dicker, schwarzer Kater auf dem Sofa!

Schnell weg hier. Da laufe ich doch lieber wieder nach Hause!

Findelkind LUCKY


Mama, wo bist du? Mir ist so kalt und ich habe solchen Hunger! Ich fresse schon Sand, weil du so lange wegbleibst. Jetzt wird es schon wieder hell, du bist immer noch nicht zurück, und die großen Autos machen wieder so viel Krach. Ich fürchte mich ohne dich! Miiiiauuuuu! Warum musste ich auch auf diesem Parkplatz an der Autobahn geboren werden?

Endlich hat mich jemand gehört. Ein Mann nimmt mich auf seinen Arm, spricht tröstende Worte zu mir:
„Was bist du denn für ein kleiner Wicht? Hier so ganz allein im Gebüsch, das ist ja schlimm. Jetzt weiß ich auch, wohin die Katze gehört, die auf der Straße liegt.“
Was meint er damit, welche Katze? Mir ist alles egal, ich will nur endlich meine Milch von meiner Mama. Der Mann wickelt mich in seine Jacke ein, legt mich in einen Karton und fährt los. Bei ihm zu Hause jauchzt seine Frau vor Begeisterung:
„Oh, was für ein entzückendes Kätzchen! Ist das süß!“
Ja, und nun kommen zwei große Katzen und wollen mich fressen, oder zumindest kratzen. Ich habe Angst! Deshalb bekomme ich jetzt auf dem Tisch einen Teller mit zerkleinertem Futter. Gierig stürze ich mich darauf, verschlucke mich dabei. Endlich etwas gegen meinen Hunger. Es schmeckt aber ganz anders, als Mamas Milch. Hier muss ich auch kauen und nicht nur saugen. Egal, alles ist besser als die Erde vom Parkplatz.

Die Nacht über bleibe ich im Transportkorb eingesperrt, weil die beiden Katzen hier so eifersüchtig sind. Am nächsten Tag werde ich zur Tierärztin gefahren.
„Fünf Wochen alt ist dieser kleine Kater erst,“ meint sie.
„Wir können ihn nicht behalten“, sagt die Frau von meinem Retter traurig.
Die Tierärztin überlegt: „Ach, ich kenne jemandem, da starb vor einigen Wochen die Katze. Die Frau ist so traurig. Ich rufe da gleich mal an“.

Ja, so kam es, dass ich bei meinem Frauchen einzog. Sie gab mir den Namen Lucky, weil ich sie glücklich machte. Ich hatte Durchfall und sie rannte ständig hinter mir her, wenn ich mich hinsetzte, um meinen Bauch leer zu machen. Ich sollte in so einen komischen Kasten gehen, in dem etwas Krümeliges, Hartes war. Das tat richtig weh an meinen kleinen Pfötchen. Sie griff zu, setzte mich immer wieder dort hinein. Es klappte ziemlich schnell, bis ich begriff, dass ich nicht auf den Teppich, sondern dort hinein machen sollte.

Ich fühlte mich wohl in meinem neuen Zuhause, nur fehlte mir doch das ganze Grün, in dem ich die ersten Wochen verbrachte. Eigentlich bin ich ja eine Wildkatze, oder zumindest wild geboren. Auf die Terrasse durfte ich, aber nicht in den Garten. Wenn Frauchen dort arbeitete, nervte ich immer mit meinen wehleidigen Babykatzenrufen. Ständig sprach sie mit mir, das klang fast so gut, wie das Schnurren meiner Mama. Ich konnte Frauchen auch immer durch die Efeuhecke genau beobachten, das war sehr beruhigend und ihre Stimme besonders.
„Lucky, wenn du etwas größer bist, mein Kleiner, dann darfst du auch in den Garten. Etwas musst du dich aber noch gedulden.“

Wenn sie fort ging, um etwas zu erledigen, hatte ich Angst, dass sie nun auch nicht wiederkommt, wie meine Mama. Ich fing schon immer an zu weinen, wenn ich merkte, dass sie gehen wollte. Ihre aufmunternden Worte taten mir gut. Ich versuchte dann, so lange zu schlafen, bis sie wieder da war. Doch inzwischen vertraue ich ihr, dass sie immer zurück kommt.

Kater LUCKY


Miauuuuu, ich heiße Lucky. Ich bin ein wunderschöner Kater. Immer perfekt angezogen: schwarzer Frack, weißes Hemd und weiße Schuhe. Aus meinem schwarzen Gesicht wachsen weiße Schnurrbarthaare. Das sieht interessant aus. Meine großen, grünen Augen verzaubern alle. Die Katzen hier sind alle sehr angetan von mir. Ich habe aber auch ständig viel damit zu tun, meine Konkurrenten nachts zu verscheuchen. Wir halten immer Katzentreffen ab. Leider fange ich mir dabei öfter Kratzwunden ein. Aber, damit kann ich leben. Letzte Nacht kam meine Dosenöffnerin rausgerannt, sie war von meinem Geschreie aufgewacht.
„Lucky, psssst, du weckst doch die ganzen Nachbarn. Komm rein, ich gebe dir auch ein paar Leckerlies.“
Ach Frauchen, ich habe doch Nachdienst, muss mein Revier verteidigen, du weißt das ganz genau. Das ist wirklich nicht nett, dass du mich lockst. Inzwischen kommt der Karlo und markiert in meinem Revier. Miau, das geht nun wirklich nicht. Sie schließt auch schon wieder die Terrassentür, um ins Bett zu steigen. Na ja, ich verhaue Karlo dann eben leise.

Oh, jetzt kommt meine Angebetete. Sie ist so schön! Dieses Fell! Drei Farben hat es, weiß, schwarz und hellbraun. Mein Frauchen sagte mal, dass es eine Glückskatze ist. Susi besucht mich immer nachts. Wie ärgerlich, dass Karlo das mitbekommen hat. Nun stört er immer unser Treffen. Ich nehme noch einmal Anlauf und scheuche ihn knurrend über den Rasen. Gut, dass ich das Knurren genau so beherrsche wie unser Nachbarhund. Das hab ich mir bei ihm abgeguckt, wirkt sehr bedrohlich.
„Ach Susi, komm doch ein wenig näher zu mir, ich möchte in deine wunderschönen, bernsteinfarbenen Augen sehen. Und wie du riechst, ach, noch viel besser, als mein Lieblingsfutter.“
„Lucky, gestern konnte ich leider nicht zu dir kommen.“
„Das habe ich gemerkt, stundenlang habe ich auf dich gewartet, unter Büschen, weil es so sehr regnete.“
„Ich habe dir doch schon mal erzählt, dass mein Herrchen mich nicht rauslässt, wenn es regnet. Er will nicht, dass ich nass wieder in die Wohnung komme.“
„Ja Susi, ich weiß es ja, hoffe aber trotzdem immer wieder, dass du ihm doch entwischen kannst. Ich habe es da ja besser. Wenn ich klitschnass in die Wohnung komme, haue ich meine Krallen in den Kratzbaum. Von dem Geräusch wacht mein Frauchen meistens auf. Wenn nicht, springe ich hinauf, stupse mit der Pfote an den Vorhang vor Frauchens Bett und miaue ganz wehleidig. Das wirkt immer! Müde und leise fluchend steht sie dann auf, um aus der Küche Papier von einer Rolle zu holen. Damit werde ich dann ganz liebevoll trockengerubbelt. Ja! Dann gehe ich wieder raus, um im Regen auf dich zu warten.“
„Lucky, wollen wir uns morgen mal wo anders treffen, damit Karlo uns nicht so nervt? Komm du doch mal zu mir.“
„Susi, ich habe aber Angst, über die Brücke zu gehen. Als ich noch ganz klein war, bin ich in das Wasser gefallen und wäre fast ertrunken. Die Flussränder waren so steil, dass ich ganz weit schwimmen musste, um wieder an Land zu kommen. Ein Glück, dass ich trotzdem wieder nach Hause gefunden habe. Seitdem mag ich nicht mehr zur Brücke gehen. Hoffentlich denkst du jetzt nicht, dass ich ein Angsthase bin?“
„Ach nein, du doch nicht! Außerdem warst du da noch ein Katzenkind und nicht so ein starker, kräftiger Kater wie jetzt. Ich verstehe das, mach dir keine Sorgen. Also, treffen wir uns weiter hier, in deinem Revier. Karlo wird schon irgendwann aufgeben. Ich muss jetzt aber leider nach Hause, mein Herrchen wartet sicher schon auf mich mit dem Futter. Bis morgen.“
„Ach, wie schade, dass du schon gehen musst. Bis morgen, Susi.“

Na ja, da bringe ich Frauchen doch mal wieder ein Geschenk mit. Sie ist immer so liebevoll zu mir, krault mich ganz zärtlich, stellt mir immer frisches Wasser hin und kauft mein Lieblingsfutter. Bequem, ganz flach, lege ich mich in das Blumenbeet. So ist mein Weiß am Hals nicht zu sehen, mein anderes Fell ist ja schwarz wie die Nacht. Die Maus wird Augen machen, wenn sie aus ihrer Wohnung heraus kommt. Ich kann hier stundenlang ausharren, es macht mir gar nichts aus. Da! Erwischt! Ach, Frauchen wird sich freuen. Ganz vorsichtig trage ich mein kleines Geschenk in die Wohnung, damit es nicht kaputt geht. Dann fange ich an, sie zu jagen. Das wirkt, Frauchen wacht auf:
„Oh Lucky, nicht schon wieder! Kannst du deine Geschenke nicht am Tage bringen?“
Jetzt auch noch beschweren, ich liege stundenlang platt auf meinem Bauch – nun das. Frauchen holt eine Schüssel. Oh, das bringt immer so viel Spaß, meine Beute versteckt sich unter den Schränken, wenn sie dann entwischen will, spiele ich sie Frauchen zu, Schüssel drüber, Deckel drunter, umdrehen, Gefangene eingesperrt. Frauchen wartet eine Zeit lang ab, bis sich die Maus von dem Schrecken erholt hat, dann sperrt sie mich kurz ein, um die Maus wieder ins Freie zu setzen. Ich bin empört, wie jedes Mal. Die nächste Maus kann sie sich jetzt aber wirklich selbst fangen!