Morgenröte

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Der Tag erwacht, es ist noch still,

verschlafen strecken sich die Rehe.

Die Nacht zieht sachte sich zurück,

versonnen ich am Waldrand stehe.

*

Ein Spinnennetz im Morgenlicht,

der Tau wie Perlen aufgereiht.

Ein kleines Wunder der Natur,

doch leider nur für kurze Zeit.

*

Es schwirren übers Gras Libellen,

die Flügel bunt im Sonnenschein.

Des Augenblickes Zauber sehen,

was könnte denn noch schöner sein?

Erinnerungen

Sonnenuntergang

(nach einem Besuch im Altenheim)

Warum siehst du so traurig aus?
Möcht dir die Sorgenfalten streichen,
aus deinem lieben Gesicht heraus.
Wie zaubre ich in deine Augen,
das Lächeln aus vergangener Zeit?
Komm, lass uns jetzt an Träume glauben.

Du kannst noch Glut im Herzen spüren,
gedenkst du all der schönen Stunden,
nimm meine Hand und lass dich führen.
Ich bring dir doch die Jugendzeit:
die Kinderjahre, Sonnenschein,
den Regenbogen, Zärtlichkeit.

Erinnere dich! Was war denn schön?
Liefst barfuß du auf grüner Wiese
und hast den Störchen zugesehn?
Gib her die Finger, lass uns laufen,
den Strand entlang, mit nackten Füßen,
Wasser riechen, im Sand uns raufen.

Ungebremste Lebensfreude,
herrlich war die Sommerzeit,
drum spür die Sonne hier und heute.
Der Duft der Blumen, diese Pracht,
bunte Fülle – zum Verlieben,
gepflochtnen Kranz ins Haar gebracht.

Die erste Liebe, weißt du noch?
Das Herz zersprang vor wilder Lust,
süßer Schmerz – erinnre dich doch.
Der Mond, er glänzte wunderbar,
nie schien die Sonne jemals heller,
die Nächte – ach, so sternenklar.

Und Schneegestöber, Schlittenfahren,
Eiskristalle an den Scheiben,
Schneeballschlacht vor vielen Jahren.
Weihnachtszeit – welch große Freude.
Die Wünsche schienen riesengroß –
doch wie anders ist es heute.

Was du erlebt hast, wird immer bleiben,
auch Lebenslust und Glücklichsein!
Drum schließ die Augen – und lass dich treiben.

Ein neuer Tag


Energiedurchflutet starte ich in den Tag.

Ein forscher Sprung aus den kuscheligen Federn,

mitsummen bei einem Song aus dem Radio,

während der frisch aufgebrühte Kaffee

einen betörenden Duft verströmt.

Abgehoben

Bin dem Getümmel entwischt,

 erlebe Schwerelosigkeit,

fahre dem Himmel entgegen,

will die Wolken berühren

und meine Gedanken frei lassen.

Frühlingsgesang


Die Vögel singen wieder,
der Frühling ist so nah.
Bringen uns ihre Lieder,
erzählen – was geschah.

Der Winter brachte Kälte,
ganz plötzlich über Nacht.
So mancher kleine Vogel,
ist morgens nicht erwacht.

Die Sonne wird nun wärmen,
die ganzen Vogelscharen.
Sie werden Nester bauen,
ihr kleines Glück bewahren.