Gelassenheit

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Ich habe mich gefunden,
nun brennt in mir ein Licht,
die Krise überwunden,
zurück – das gibt es nicht.

Nach vorne will ich sehen,
mit lächelndem Gesicht,
gelass´nen Schrittes gehen
– stets voller Zuversicht.

Lebst Du?

Wenn wir

unsere Gefühle verbergen,

nicht ehrlich miteinander sind,

uns verschlossen abwenden,

nicht sagen, was wir denken;

*

wenn wir

das Träumen verfluchen,

uns selbst nicht mögen,

allein unseren Weg gehen,

überall Misstrauen vermuten;

*

wenn wir

uns allein lassen im Leid,

in allem nur das Schlechte sehen,

uns flüchten in eine Welt

voller Trübsal und Aussichtslosigkeit;

 

dann laden wir das Pech geradezu ein.

Rückblick

Wir hatten viel Gemeinsamkeiten,

das fällt mir heute plötzlich ein,

ob im Urlaub Berge steigen,

oder Essen gehen fein.


Bäume pflanzen, Blumen säen,

Haus verschönern, Autos pflegen,

Kaulquappen im Teich erspähen,

Treibhaus gießen, Holz  zersägen.


Grill im Garten –  welch´ ein Duft!

Sehen, wie die Kräuter sprießen,

Sylvester böllern in die Luft,

Schnee konnte uns nicht verdrießen.


Am Lagerfeuer Kartoffeln braten,

den Swimmingpool startklar machen,

gemeinsam Stadt, Land, Fluss zu raten,

über „Dinner for one“ schlapp lachen.


Osterfeuer auf freiem Feld,

feiern, dass sich die Balken biegen,

schade – dass nichts ewig hält,

können uns in Erinnerungen wiegen.


Mit den Kindern uns erfreuen,

das war unser größtes Glück,

die Zeit, die werd´ ich nie bereuen,

doch damals gab es kein Zurück.

Stein des Anstoßes


Ich hatte die Ein- und Ausgänge des Maulwurfs mit Steinen verschlossen.

Zuerst verstopft sie meine Türen,
wohin, frag ich mich, soll das führen?
Ich bin gezwungen, wild zu graben,
muss doch auch Luft zum Atmen haben.

Sie sucht die Steine – ha! – blamiert,
hab meine Wohnung mit verziert.
Sie wühlt und gräbt, versteht es nicht,
die Steine fort – ich cooler Wicht.

Du merkst, dass meine Wühlehände,
dem Ganzen fix beschern ein Ende,
denn es ist längst zu spät für Reue,
es bringt mir Spaß, wie ich mich freue.

Auch Nachbars Garten find ich schön,
hab mir die Pflanzen angesehn.
Der kleine Buchsbaum, gar nicht schwer,
steht schräge jetzt – gefällt mir sehr.

Die Primel, die muss auch noch raus,
sieht liegend doch viel besser aus.
Nun muss ich schlafen, denn heut Nacht,
hab ich viel vor, was fröhlich macht.
 

Erdarbeiten


Ein Maulwurf sich durch Beete gräbt.
Trotz Wasser, das ich täglich gieße,
die Margerite plötzlich bebt,
die Köpfchen hängen – ich verdrieße.

Der Bodenwühler gar nicht schwitzt.
Jetzt bricht die Glockenblume ein!
Ist in den Gängen gut geschützt,
wie ärgerlich – ich könnte schrein!

Die Rose gleichfalls ganz geknickt,
auch Dornen sind für sie kein Schutz,
der Erde still entgegennickt,
leicht zitternd fällt sie in den Schmutz.

Er pflügt das ganze Erdreich um,
der Garten war so schön gepflegt,
und ich mach mir den Rücken krumm!
Hab jetzt den Spaten weggelegt.

Mehr Wasser! Ich will ihn ersaufen!
Des Gärtners Frust, des Maulwurfs Leid.
Von wegen! Er wirft noch mehr Haufen!
Ach – wundervoll die Sommerzeit!