Grillfest


Der Grill, er wird kurz nachgeputzt,

den Winter über unbenutzt,

im Keller stand – mit Allerlei.

Das erste Fest in diesem Jahr,

wir finden´s einfach wunderbar,

es gilt, die Bäuche aufzufüll´n.

Das Fleisch, es steht schon mariniert,

auf einem Tisch, der hübsch verziert,

mit Blümchen, Kerzen, ach so nett.

Der Duft des Grillgut´s uns umgarnt,

da wird beschickert sich umarmt,

wir trinken, bis der Boden schwankt,

dem Wettergott, ihm sei gedankt.

 

Stein des Anstoßes


Ich hatte die Ein- und Ausgänge des Maulwurfs mit Steinen verschlossen.

Zuerst verstopft sie meine Türen,
wohin, frag ich mich, soll das führen?
Ich bin gezwungen, wild zu graben,
muss doch auch Luft zum Atmen haben.

Sie sucht die Steine – ha! – blamiert,
hab meine Wohnung mit verziert.
Sie wühlt und gräbt, versteht es nicht,
die Steine fort – ich cooler Wicht.

Du merkst, dass meine Wühlehände,
dem Ganzen fix beschern ein Ende,
denn es ist längst zu spät für Reue,
es bringt mir Spaß, wie ich mich freue.

Auch Nachbars Garten find ich schön,
hab mir die Pflanzen angesehn.
Der kleine Buchsbaum, gar nicht schwer,
steht schräge jetzt – gefällt mir sehr.

Die Primel, die muss auch noch raus,
sieht liegend doch viel besser aus.
Nun muss ich schlafen, denn heut Nacht,
hab ich viel vor, was fröhlich macht.
 

Erdarbeiten


Ein Maulwurf sich durch Beete gräbt.
Trotz Wasser, das ich täglich gieße,
die Margerite plötzlich bebt,
die Köpfchen hängen – ich verdrieße.

Der Bodenwühler gar nicht schwitzt.
Jetzt bricht die Glockenblume ein!
Ist in den Gängen gut geschützt,
wie ärgerlich – ich könnte schrein!

Die Rose gleichfalls ganz geknickt,
auch Dornen sind für sie kein Schutz,
der Erde still entgegennickt,
leicht zitternd fällt sie in den Schmutz.

Er pflügt das ganze Erdreich um,
der Garten war so schön gepflegt,
und ich mach mir den Rücken krumm!
Hab jetzt den Spaten weggelegt.

Mehr Wasser! Ich will ihn ersaufen!
Des Gärtners Frust, des Maulwurfs Leid.
Von wegen! Er wirft noch mehr Haufen!
Ach – wundervoll die Sommerzeit!

Viertelfinale

schwarz-rot-gold

Am Samstag habe ich was vor,

dann steh mit Neuer ich im Tor,

will ihn dort kräftig unterstützen,

vielleicht wird es ein wenig nützen,

der Ball bestimmt daneben geht,

wenn er mit mir im Tore steht.

Natürlich ist es nur ein Traum,

denn er steht dort schon wie ein Baum,

allein hält er fast jeden Ball,

ich krieg zu Haus bestimmt ´nen Knall.

Ins Halbfinale woll´n wir rein,

ein Drei-zu-null – das wär so fein!

Ich trag sogar ´nen Armreif jetzt,

damit die Mannschaft schneller wetzt,

in  schwarz-rot-gold – mein Favorit,

ich schieße alle Tore mit!

Zehn Zentimeter


Die High Heels – meine große Liebe,

mit siebzehn Jahren fing es an,

ein bisschen wacklig, wie Geschiebe,

doch mit ein wenig Übung dann,

lief es von selbst, fast wie geschmiert,

dann das Geklapper dieser Hacken,

hab´s immer wieder ausprobiert,

für manche nur ein lautes Klacken,

doch Männer, die hat´s fasziniert.

Auch heute noch – nur dann und wann,

wenn das Bein göttlich wirken soll,

zieh ich auch mal die Stöckel an,

die Füße finden´s nicht so toll.

Biber

Biber, diese Bauexperten

können jedes Holz verwerten

über Nacht ´nen Baum gefällt

so der Damm auch richtig hält


Gänge, lang wie Autobahnen

brauchen´s Graben nicht zu planen

die Natur gab alles mit

gern hätt ich davon ein Stück


Selbst ein kleiner Satelit

drunten dieses Kunstwerk sieht

Fluss gesperrt, kein Schiff kann fahrn

das grenzt doch an Größenwahn?


2010

Sportfan


Beim Kennenlernen war ganz klar,
mit dir will ich ´ne Kinderschar,
ein Mann, so voller Energie,
in Sachen Planung ein Genie.

Schnell merkte ich, du liebst den Sport,
du gingst fast jeden Abend fort.
Warum guckst du nicht hier zu Haus?
Ich schau auch mit – doch du willst raus.

Ach, hätt ich früher nachgedacht,
nun sitze ich hier manche Nacht,
ganz einsam an dem Küchentisch,
es riecht von Mittags noch nach Fisch.

Nun trink ich aus Verzweiflung Sekt,
muss sagen, dass er mir gut schmeckt,
ich überlege – wie dich locken?
Ganz sicher nicht mit Ringelsocken.

Mai 2010

Verräterische Spuren


Ein grelles Rot
oh welch ein Graus
da nimmt der Mann
doch schnell Reißaus

denn, wenn beim Kuss
alles verschmiert
das Hemd dann auch
noch schön garniert

dann ergreift er
gewiss die Flucht
unterwegs er
dann schnell versucht

die roten Spuren
flink verwischen
die Frau zu Haus
muss es nicht wissen.

Mai 2010