Herbst-Blues

Bunte Blätter wirbeln

aufgescheucht vom Wind.

*

Ist schon wieder Herbst?

Viel zu kurz war der Sommer!

*

Mit wattigem Nebel

schleicht sich Wehmut ins Herz.

Sicherheit


Wenn du in dir selbst ruhst,
bist du sicher wie in einem Haus.

Wenn du dich gut aufgehoben fühlst,
kannst du die Tür für andere öffnen.

Wenn du dich nun zeigst,
werden sie es auch tun.

 

Altweibersommer


Feine Fäden, dünn wie Seide,

spinnen sich von Ast zu Ast.

Glücklich geh ich durch den Park,

ganz besonnen – ohne Hast.

*

Astern blühen Rosen welken,

der Herbst, er ist jetzt wirklich da.

Niemals möchte ich vergessen,

was im Sommer mir geschah.

 

Jagdtrieb (Kanzion)

Kater Lucky nennt man mich,
ständig hab ich das Verlangen,
nachts ein Mäuslein mir zu fangen.

Katzen, die auf mich nur stehen.
Weiße Pfoten, schwarzes Fell,
bin beim Jagen äußerst schnell.
Scharfe Krallen an den Zehen,
manche Maus hat sie gesehen.
Heut bin ich mal losgegangen,
um das Futter mir zu fangen.

Sitz seit Stunden vor dem Loch,
plötzlich knurrt sehr laut mein Magen,
wird er mir die Maus verjagen?
Komm jetzt raus, ich laure doch,
worauf wartest du denn noch?
Schließlich hilft dir auch kein Bangen,
Hunger lässt mich Nager fangen.

Läg´ jetzt gern an Frauchens Busen,
mollig warm und weich dazu.
Ach, die Sehnsucht kommt im Nu,
werd mit ihr ein wenig schmusen.
Will sie schlafen? Wird’s verknusen.
Ich hab plötzlich das Verlangen:
Dosenfraß, statt Mäuse fangen.