Verzauberung


Morgennebel, Stille, ein leise murmelnder Bach.
Frühling, Tau auf den Gräsern, bunte Farbenpracht.
Vogelgezwitscher, die Blumen herrlich erblüh´n,
berauschender Duft im Mai, das erste Birkengrün.

Ein Feuerball, die im Meer versinkende Sonne,
Kinderlachen, blanke Augen – eine Wonne.
Fallen lassen in Erinnerungen, die Kinderzeit:
Märchen erzählen, spielen, das Herz so weit.

Schwebende Blätter, braun, rot und auch gold,
wunderschön anzusehn – so oft ihr es wollt.
Im Kamin wird ein flackerndes Feuer entfacht
davor schnurrt ein Kätzchen in der Nacht.

Dunkle Tannen wiegen im Wind sich leis,
Schnee fällt,  Regentropfen erstarren zu Eis.
Raureif, äsendes Wild in der Dämmerung,
dies bedeutet für mich Verzauberung.

Mein kleines Paradies


Maiglöckchen und Sonnenblumen,

Immergrün und Akelei,

Hortensien und Margeriten,

machen mir das Herz so frei.

*

Efeu und Vergissmeinnicht,

Petunien und Kaiserkronen,

Stiefmütterchen und Krokusse,

mich mit ihrem Duft belohnen.

*

Rittersporn und Glockenblumen,

Gänseblümchen,  Kirschlorbeer,

Männertreu und Löwenmaul,

jedes Jahr ein Blumenmeer.

*

Umgeben von der Farbenfülle,

sammetweich erscheint die Luft,

berauschen sich die Schmetterlinge,

mein Garten ist stets gut besucht…

Sommerzeit

Ferienzeit vor vielen Jahren,

volles Korn mit Mohn vermischt.

Barfußlaufen auf Stoppelfeldern,

Drachensteigen im Sommerwind.

*

Der Duft der abgemähten Wiese,

dieser unvergessliche Geruch.

Ein wunderbarer, heißer Sommer,

wie für Kinder ausgesucht.

Morgenröte

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Der Tag erwacht, es ist noch still,

verschlafen strecken sich die Rehe.

Die Nacht zieht sachte sich zurück,

versonnen ich am Waldrand stehe.

*

Ein Spinnennetz im Morgenlicht,

der Tau wie Perlen aufgereiht.

Ein kleines Wunder der Natur,

doch leider nur für kurze Zeit.

*

Es schwirren übers Gras Libellen,

die Flügel bunt im Sonnenschein.

Des Augenblickes Zauber sehen,

was könnte denn noch schöner sein?

Erinnerungen

Sonnenuntergang

(nach einem Besuch im Altenheim)

Warum siehst du so traurig aus?
Möcht dir die Sorgenfalten streichen,
aus deinem lieben Gesicht heraus.
Wie zaubre ich in deine Augen,
das Lächeln aus vergangener Zeit?
Komm, lass uns jetzt an Träume glauben.

Du kannst noch Glut im Herzen spüren,
gedenkst du all der schönen Stunden,
nimm meine Hand und lass dich führen.
Ich bring dir doch die Jugendzeit:
die Kinderjahre, Sonnenschein,
den Regenbogen, Zärtlichkeit.

Erinnere dich! Was war denn schön?
Liefst barfuß du auf grüner Wiese
und hast den Störchen zugesehn?
Gib her die Finger, lass uns laufen,
den Strand entlang, mit nackten Füßen,
Wasser riechen, im Sand uns raufen.

Ungebremste Lebensfreude,
herrlich war die Sommerzeit,
drum spür die Sonne hier und heute.
Der Duft der Blumen, diese Pracht,
bunte Fülle – zum Verlieben,
gepflochtnen Kranz ins Haar gebracht.

Die erste Liebe, weißt du noch?
Das Herz zersprang vor wilder Lust,
süßer Schmerz – erinnre dich doch.
Der Mond, er glänzte wunderbar,
nie schien die Sonne jemals heller,
die Nächte – ach, so sternenklar.

Und Schneegestöber, Schlittenfahren,
Eiskristalle an den Scheiben,
Schneeballschlacht vor vielen Jahren.
Weihnachtszeit – welch große Freude.
Die Wünsche schienen riesengroß –
doch wie anders ist es heute.

Was du erlebt hast, wird immer bleiben,
auch Lebenslust und Glücklichsein!
Drum schließ die Augen – und lass dich treiben.

Frühlingsgesang


Die Vögel singen wieder,
der Frühling ist so nah.
Bringen uns ihre Lieder,
erzählen – was geschah.

Der Winter brachte Kälte,
ganz plötzlich über Nacht.
So mancher kleine Vogel,
ist morgens nicht erwacht.

Die Sonne wird nun wärmen,
die ganzen Vogelscharen.
Sie werden Nester bauen,
ihr kleines Glück bewahren.

Tagesanbruch

A Krokusse

Ich grüße dich, du junger Tag!

Was du mir wohl bringen magst?


Langsam kämpfst du dich durch die Nacht,

gießt dein Licht mit voller Macht,

über den Himmel – welch eine Pracht.


Mond und Sterne treten zurück,

du bringst mir die Sonne mit.

Schneeglöckchen


Kaum wahrzunehmen, die kleinen Köpfchen.

Recken durch den Schnee sich, die zierlichen Glöckchen.

*

Auch kalte Nächte können sie nicht erschrecken.

Sie blühen und wachsen, wollen den Frühling wecken.

*

Als winzige Blümlein sie standhalten dem Schnee.

Jedes Jahr freu ich mich, wenn ich sie seh.

Lebensfreude


Heut möcht ich eine Wolke sein,

mit andren tanzen Ringelrein.

*

Aufgescheucht – vom Wind getrieben,

will mich in den Mond verlieben.

*

Toben, jauchzen, die Form verändern,

Wattebausche mit silbernen Rändern.

*

Wo Schatten ist, da ist auch Licht,

wisst ihr Menschen das denn nicht?

*

Kommt mit mir in das Himmelszelt,

und seht die Unendlichkeit der Welt.

Schutzengel

Ein Engel mit ewigem Licht,

Dunkelheit gibt es nun nicht.

Er hört dir zu – jederzeit,

Ist in Not immer bereit.

Du kannst ihm blind vertrauen,

auf Hilfe und Schutz bauen.